Amazon Web Services hat die Funktionen von AWS IoT Core erweitert und eine native Routing-Unterstützung für InfluxDB eingeführt. Diese Integration ermöglicht es Entwicklungsteams, Zeitreihen-Daten direkt von Edge-Geräten des Internet of Things in InfluxDB-Datenbanken zu leiten, wodurch kundenspezifische Programmierung auf Geräteseite und intermediäre Cloud-Architekturen überflüssig werden.
Optimierung von Daten-Pipelines für Zeitreihen-Workloads
Die Verwaltung hochfrequenter Datenströme von Industriessensoren, wissenschaftlichen Instrumenten und smarter Infrastruktur war traditionell mit komplexem Engineering-Aufwand verbunden. Bisher mussten Entwickler oft eigene Skripte zur Datentransformation direkt auf der Edge-Hardware schreiben oder intermediäre Mikroservices bereitstellen, um Nutzdaten zu parsen und an die bevorzugten Datenspeicher weiterzuleiten. Die neu eingeführte InfluxDB-Regelaktion automatisiert diesen gesamten Lebenszyklus, indem sie eingehende Nachrichten innerhalb der AWS-IoT-Regel-Engine abfängt, die Nutzdaten in das native Line-Protocol-Format von InfluxDB umwandelt und sie sicher an die Zieldatenbank übermittelt.
Diese Funktion ist so konzipiert, dass sie sich nahtlos in sowohl verwaltete als auch selbst gehostete Umgebungen integrieren lässt. Unternehmen können je nach ihren Anforderungen an die Unternehmensinfstruktur einen verwalteten Amazon Timestream InfluxDB-Cluster ansprechen oder ihre Informationen direkt an eine selbst gehostete InfluxDB-Bereitstellung leiten. Durch den Wegfall von Übersetzungsschichten minimiert die Architektur die Latenz und reduziert die Betriebskomplexität, die typischerweise mit der Wartung benutzerdefinierter Daten-Inngestion-Pipelines einhergeht.
Flexibilität durch erweiterte Batching-Modi
Damit Entwicklungsteams Kosteneffizienz und Datendurchsatz optimal ausbalancieren können, bietet die neue Regelaktion zwei verschiedene Batching-Konfigurationen:
- Geräteseitiges Batching (Device-side batching): Hardware-Endpunkte verpacken vorab gebündelte Nutzdaten lokal, bevor sie diese an AWS IoT Core übertragen, wodurch der Anfrage-Overhead reduziert wird.
- Serverseitiges Batching (Server-side batching): Die AWS-IoT-Regel-Engine aggregiert einzelne eingehende Nachrichten programmgesteuert, bevor Bulk-Schreibvorgänge in der InfluxDB-Datenbank ausgeführt werden.
Reale Anwendungsfälle erstrecken sich über datenintensive Branchen wie Biowissenschaften, Fertigung und Umweltüberwachung. So kann beispielsweise ein biowissenschaftliches Labor Tausende schneller Telemetriedaten von komplexen wissenschaftlichen Geräten mit Submillisekunden-Genauigkeit erfassen. Mithilfe der server- oder geräteseitigen Aggregation fließen diese Datenpunkte direkt in InfluxDB ein, um eine kontinuierliche Echtzeitüberwachung und -analyse zu ermöglichen, ohne dass maßgeschneiderte Aufnahmewege entwickelt werden müssen.
Implementierung und regionale Verfügbarkeit
Die Bereitstellung der neuen Funktionalität erfordert die Konfiguration einer aktiven Verbindung zwischen den Ziel-IoT-Geräten und AWS IoT Core sowie die anschließende Definition einer dedizierten InfluxDB-Regelaktion. Administratoren müssen den Endpunkt der Zieldatenbank zusammen mit den erforderlichen Authentifizierungsdaten und den ausgewählten Batching-Parametern angeben.
Amazon hat bestätigt, ab sofort ist die InfluxDB-Regelaktion in allen AWS Global Regions verfügbar, in denen Amazon Timestream for InfluxDB derzeit unterstützt wird. Entwickler, die diese Funktion in ihre bestehenden Architekturen integrieren möchten, können die offizielle Entwicklerdokumentation von AWS konsultieren.
Quelle: Originalartikel





